Besuch im ehemaligen Stasi Gefängnis Schwerin

Bericht von Sinan Fischer (10b)


Am 05.09.18 machten wir, die Klasse 10b, mit der Schule einen Projekttag im ehemaligen Stasi Gefängnis in Schwerin. Dort angekommen führte uns die Führerin in einen Vorraum, 6 kleinere, aus der DDR stammende Fernseher zeigten auf Dauerschleife heimliche Aufnahmen aus den 2000ern in Schwerin. Dann ging es in die Halle mit den Gefängniszellen, dort erzählte uns die Führerin vieles über den Tagesablauf im früheren Gefängnis. Danach konnten wir uns frei bewegen und schauten uns die Zellen an und bereiteten uns auf das Gespräch mit Herr Saas, einem ehemaligen DDR Flüchtling, der hier inhaftiert war, vor. Als nächstes gingen wir auf den Hof, dort fielen uns sofort die einbetonierten Glasscherben auf der Mauer auf und der darunter installierte Starkstromzaun . Wir hatten keine Chance zu sehen, wo man gerade ist oder was über der glatten Mauer liegt. Man erzählte uns, dass die Glasscherben zur Einschüchterung und zur Instabilisierung der Gefangenen gesetzt worden waren. So wurde jedem Inhaftierten klar, es gibt kein Entkommen, was noch mehr an der Psyche nagte.


Die Stasi nutzte extreme psychische Foltermethoden, um die Gefangenen zum reden zu bringen und letztendlich auch die komplette Persönlichkeit eines Menschen zu brechen.  Zurück im Gebäude, setzten wir uns in einen Raum mit Herr Saas. Es war ein komisches Gefühl, jemanden vor einem sitzen zu haben, der dieses Gefängnis als Inhaftierter erlebt hat. Er erzählte uns wie er die Zeit damals empfand und weshalb sein älterer Bruder vor der Flucht gekniffen hatte und er alleine losgehen musste. Zudem erzählte er von seinen Erfahrungen im Gefängnis, was er alles durchmachen musste, und weshalb der Versuch aus der DDR zu flüchten scheiterte. Auf die Frage, ob Herr Saas bereut wie er damals gehandelt hatte, antwortete er überzeugt: " Ich bereue nur mich nicht besser auf die Flucht und die Mauer vorbereitet zu haben." 


Insgesamt war es eine tolle Erfahrung und besonders das Gespräch mit Herr Saas blieb uns in Erinnerung. 

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